Feines Kompott von ganzen Äpfeln.

By Marcus

Gute mürbe Tafel
äpfel mittlerer Größe werden,  nachdem man das Kerngehäuse mit
einem Apfelbohrer entfernt, recht rund und glatt geschält, der Länge
nach mit feinen Einschnitten versehen und gut abgespült.   Dann lasse
man in einem Bunzlauer Geschirr reichlich Wein, stark mit Zucker ver
süßt, einige Stückchen ganzen Zimt und Citronenschale kochen — ein Zu
satz von Erdbeersaft macht das Kompott besonders angenehm —^ lege
soviel Äpfel, als nebeneinander liegen können, hinein und lasse sie auf
jeder Seite unter einmaligem vorsichtigen Umwenden mit einem Löffel
auf mäßigem Feuer zugedeckt einige Minuten kochen und begieße sie,
falls sie nicht völlig bedeckt sind, häufig mit dem Wein; nehme nach und
nach die weich gewordenen Äpfel heraus,  lege sie auf eine  flache
Schüssel, und fahre mit dem Kochen der Äpfel fort, bis alle weich sind.
Dann gieße man die Flüssigkeit von der Schüssel zum kochenden Saft
und lasse diesen recht sämig einkochen.  Unterdes richte man das Kom
pott nach Nr. 1 zierlich an, gebe die Hälfte des Saftes durch ein
Siebchen gleichmäßig darüber, und lege auf jeden Apfel eine eingemachte
Hagebutte, etwas Aprikosen-Marmelade, oder Gelee von Äpfeln, Jo
hannisbeeren oder Kirfchäpfeln.   Bevor man das Kompott zur Tafel
gibt, fülle man den zurückbehaltenen inzwischen erkalteten Saft über
die Äpfel.

Will man das Kompott für eine feine Tafel vorbereiten, so füllt man jeden ausgebohrten Apfel nach dem Erkalten mit einer Mischung von Sultaninrosinen ohne Kerne, Korinthen und feinblätterig geschnit^» tener Succade, die man in Weißwein und Zucker weich kocht.  Auch kann man noch eine Schicht mit Eiweißschnee und Schlagsahne vermischtes Apfelmus auf die Schüssel streichen, auf der man die Äpfel ordnet und diese auch mit einer solchen Schicht nach dem Füllen bedecken und die Oberstäche geschmackvoll mit verschiedenfarbigem Fruchtgallert verzieren. Der Saft, in den man die Äpfel kochte, wird zu einer Obstsuppe oder einer Fruchtsauce verwandt.

Filed in: Beilagen, Dessert • Thursday, September 24th, 2009
 

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Klassische Rezepte des 20.Jahrhunderts. Die meisten Rezepte stammen von Henriette Davidis und wurden mit Fraktur-OCR bearbeitet.